Film: Die Vergessenen Flüchtlinge – „The Forgotten Refugees“

forgottenrefugees-dvd16.12.2016, 20 Uhr, Kino35, Langbrückenstraße 14, Fulda
Filrmvorführung mit anschließender Diskussion

Der preisgekrönten Dokumentarfilm von Michael Grynszpan zeigt die Geschichte, die Kultur und den erzwungenen Auszug nahöstlicher und nordafrikanischer jüdischer Gemeinden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Juden aus Ägypten, dem Jemen, Libyen, dem Irak und Marokko legen auf berührende Art und Weise Zeugnis ab. Der vom Davidproject Center for Jewish Leadership und Isra TV produzierte Film verknüpft persönliche Geschichten mit dramatischem dokumentarischen Filmmaterial über die Rettungsaktionen von Juden aus den arabischen Ländern. Analysen zeitgenössischer Historiker liefern den Hintergrund für den dokumentierten Rückgang der jüdischen Population in den arabischen Ländern des Nahen Ostens und Nord Afrikas von einer Million im Jahre 1945 auf einige wenige Tausende heute.

forgottenrefugees“The Forgotten Refugees” erhielt den Warshaw Jewish Filmfestival-Preis 2006 und wurde als bester Dokumentarfilm des Marbella International Film Festivals 2007 prämiert. Vorgeführt wird die deutsche Fassung, zum Teil in Englisch mit deutschen Untertiteln. Im Anschluss ist Zeit für eine Reflexion der diesjährigen Aktionswochen gegen Antisemitismus in Fulda.

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Kritischer Stadtrundgang – Geschichte und Kontinuität des Antisemitismus und Antijudaismus in Fulda

fuldainnenstadt20.11.2016, 14 Uhr, Start: Bonifaziusplatz

Der kritische Stadtrundgang besucht verschiedene Stationen in Fulda, an denen sich der Antisemitismus und Antijudaismus seit dem Mittelalter immer wieder öffentlich entladen hat.

Route: Bonifaziusplatz (Start) – Friedrichstraße – Am Stockhaus (eheml. Synagoge) – Buttermarkt – Universitätsplatz – Jerusalemplatz – Lindenstraße – Bahnhofsvorplatz

Hinter dem Geld – Antisemitismus und Verschwörungsdiskurs

29.11.2016, 19 Uhr, mag.lab, Buttlarstr. 1a, Fulda
Vortrag mit Daniel Kulla

Wenn der Normalbetrieb aus Arbeit und Konkurrenz als leidlich-unvermeidlich gilt, müssen die Krisen, Kriege und der eigene Misserfolg woanders her kommen. Dafür genügt es meist, mit dem Finger auf die angeblich faulen Fremden zu zeigen, die einem doch die Arbeitsplätze streitig machen, oder aufs betrügerische fremde Kapital, das ins ehrenwerte einheimische Kreditgeschäft eingreift. Sind Kränkung und drohender Verlust größer und halten an, kann dieser Alltagsnationalismus sich rassistisch und antisemitisch verschärfen, wobei die Lücken in den Erzählungen mit der Annahme allmächtiger Verschwörungen gekittet werden. Scheint gar die ganze Ordnung in Gefahr, kann der Antisemitismus, der hinter dem Übel aus Kapital und Lohnarbeit, das er ja nicht abschaffen soll, noch einen teuflischen Geheimplan ausmachen muß, zur Welterklärung mit mörderischen Konsequenzen gerinnen. Dagegen hilft kein Spott, sondern nur die Auseinandersetzung, die das ideologische Bedürfnis ernst nimmt und der vermeintlich alternativlosen Marktkonkurrenz den Zusammenschluss auf Augenhöhe und die gemeinsame Übernahme der Produktionsmittel entgegensetzt.

Daniel Kulla schreibt („Entschwörungstheorie“, „Leben im Rausch“), macht Musik (Clastah, Egotronic, Björn Peng) und stiftet an („Sin Patrón – Instandbesetzte Betriebe“).

Weblink: http://www.classless.org/kontakt/vortrag-entschworungstheorie/

Einführung in die Kritik des Antisemitismus: Elemente und Dimensionen von Antisemitismus heute

10.11.2016, 19 Uhr, Kulturkeller (Jesuitenplatz 12, Fulda)
Einführungsvortrag mit Amelie Hoffmann und Daniel Poensgen

Auch beinahe 80 Jahre nach den Novemberpogromen sind antisemitische Einstellungen in Deutschland und Europa weit verbreitet, Gewalttaten gegen Juden als Juden häufig und öffentlich mit großer Emotionalität geführte Debatten um den „Antisemitismus-Vorwurf“ auf der Tagesordnung. Empörte sich die deutsche Öffentlichkeit zwar jüngst über die antisemitischen Schriften des AfD-Politikers Gedeon und den Umgang der Partei mit ihm, entlasteten zugleich deutsche Gerichte in mehreren Fällen Antisemiten. Doch nicht nur in der Rechten oder der staatstragenden Mitte, auch in der radikalen Linken scheint Antisemitismus in Form von Boykott-Bewegungen und Gruppen, die Israel vernichten wollen, wieder an Einfluss zu gewinnen. Dabei ist nicht bloß die antisemitische „Umweg-Kommunikation“ über den Staat Israel an kein Milieu oder keine politische Richtung gebunden: Umfragen zeigen seit Jahren, dass sich antisemitische Einstellungen durch alle Gesellschaftsschichten und politischen Lager ziehen, Vorurteile sowie Ressentiments oftmals ungehindert reproduziert werden und Antisemitismus somit immer noch gesellschaftsfähig ist.

Aus diesen sehr unterschiedlichen Dimensionen aktueller Judenfeindschaft ergibt sich die Frage nach dem Verbindenden: Was ist Antisemitismus? Wie ließe er sich bekämpfen? Der Vortrag wird an aktuellen Formen und Manifestationen antisemitischer Ideologie ansetzen und diesen als „Alltagsreligion“ und damit als mit der bürgerlichen Gesellschaft verwoben kritisieren.

Amelie Hoffmann studiert Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt und hat ihre Bachelorarbeit über die Relevanz und Aktualität von Antisemitismuskritik als Bestandteil der politischen Bildung geschrieben. Sie arbeitet seit mehreren Jahren in der politischen Bildungsarbeit.

Daniel Poensgen ist Sozialwissenschaftler und forscht zum Verhältnis von Staatsverständnis und Antisemitismus. Er arbeitet als Bildungsreferent, u.a. auch zum Thema Antisemitismus.

Veranstaltung bei Facebook: https://www.facebook.com/events/1814332198803659/

Aktionswochen gegen Antisemitismus 2016

Auch 2016 beteiligt sich Fulda wieder an den Aktionswochen gegen Antisemitismus, die von der Amadeu-Antonio-Stiftung organisiert werden. In der Zeit zwischen dem 08.11. und dem 20.12. werden an verschiedenen Orten in Fulda Veranstaltungen stattfinden.

Bis dahin ist die neu erschienene Handreichung zum Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus sehr zu empfehlen. Sie wagt einen rückblick auf die letzten Jahre Aktionswochen gegen Antisemitismus, thematisiert israelbezogenem Antisemitismus und gibt Tipps für einen pädagogischen Umgang. Die Broschüre steht zum kostenlosen Download auf den Seiten der Amadeu Antonio Stiftung bereit.

Mahngang 2015 – Daten, Flyer, Redner*innen

Wir laden Sie recht herzlich zum vierten Mahngang anlässlich der Reichspogromnacht in Fulda ein. Der Mahngang beginnt am 08.11.2015, um 14 Uhr am Heinrich-von-Bibra-Platz. In diesem Jahr widmen wir uns dem religiös-kulturellen jüdischen Leben in Fulda. Am Heinrich-von-Bibra-Platz befassen wir uns mit der Bedeutung von Bildung und Schule im Judentum und hören hier einen Redebeitrag von Gerd Renner. An der nächsten Station, dem Jerusalemplatz/ehem. jüdischen Friedhof, wird Gabriel Moeller etwas zu der Bedeutung und den Besonderheiten von jüdischen Friedhöfen erzählen. Der Abschluss findet am Stockhaus am Platz der ehemaligen Synagoge statt. Hier hören wir einen Redebeitrag von Wolfgang Hengstler zur Fuldaer Mikwe. Das Gebäude der Mikwe ist immernoch erhalten. Der Mahngang dauert ca. zwei Stunden.

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Mit dem Mahngang beteiligen wir uns wieder an der bundesweiten Kampange „Aktionswochen gegen Antisemitismus“, die von der Amadeu Antonio Stiftung ins Leben gerufen wurde.